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Details

Rising Tones Cross

Titelangaben

TitelRising Tones Cross

Allgemeine Angaben

LandBRD
Produktionsjahr1985
Dauer119min
FarbeEastmancolor
Format1.37 : 1 (4:3)
Material16mm

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

Uraufführung20.02.1985, Berlin, IBerlinale Forum
FestivalteilnahmenBerlinale, Forum, 1985
Pressereaktionen"Einige Monate hielt sich die Filmemacherin Ebba Jahn im letzten Jahr in der amerikanischen Jazz-Szene New Yorks auf. Im Mittel- punkt ihrer dabei entstandenen Dokumentation steht der schwarze
'Jazz-Philosoph' Charles Gayle. Der Saxophonist erklärt, wie schwer es die schwarze Musik hat sich durchzusetzen, speziell im Jazz und in der 'neuen Musik'. Gayle und ein Veranstalter des letztjährigen 'Sound Unity Festivals' vermitteln die Diskrimininierung, der die schwarzen Jazzmusiker auch heute noch ausgesetzt sind. Engage- ments in den Clubs erhalten meist weiße Musiker, stellen sich neue Musiker schwarzer Hautfarbe mit einem neuen Sound vor, so schnei- det auch noch heute der CIA die Bänder mit oder schickt Beob- achter zu den Konzerten,um die Musik auf mögliche systemver- ändernde —kritisierende oder gar revolutionäre —Inhalte abzu- klopfen. Beim Sound Unity Festival zeigt es sich, wie gut sich trotz verschiedener Hautfarben ein gemeinsamer musikalischer Ausdruck finden läßt, hier vermischen sich schwarze und weiße Elemente in Musik und Tanzinterpretation. Ebba Jahn gelingt ein nachdrück-
lich wirkendes Portrait der schwarzen Jazz-Szene unter Hinzuzie- hung weißer und auch europäischer Elemente. Ihre Bilder zeigen den Alltag, Schweiß und Arbeit an der Musik —ein interessanter Einblick in das Leben schwarzer Musiker inmitten einer von wei- ßen Normen geprägten Umgebung.
Eberhard Senf, in: Zitty, 4/85"
"Sie nennen ihre Musik nicht mehr Jazz. Und wer mag es ihnen ver- denken, bei all den Puristen, Techno-Freaks und Professoren, die den Jazz zu einer klerikalen Disziplin und ebenso impotent gemacht haben. Die Verbindungzum No und New Wave Sound der selbst- ernannten weißen Jazzpunks ist allenfalls brüchig, und dieartsy- fartsyMinimalisten wirken, wie Ebba Jahns RISING TONES CROSS in einer verräterischen Montage zeigt, im Vergleich zu ihnen so blutarm wie eine theosophische Gesellschaft. RISING TONES CROSS handelt vor allem von den schwarzen Musikern New Yorks, und die nennen ihr Spiel einfach goodmu- sic. Vermutlichdas schönste Understatement, das einer Jazzschu- le, deren Herkunft sich in direkter Linie von Charlie Parker, John Coltrane und Eric Dolphy herleitet, je widerfahren ist. Einer Schule, von deren neuesten und interessantesten Ablegern man hierzulande so gut wie nichts weiß. Platten können die Musiker im Ursprungsland des Jazz mangels Interesse nicht aufnehmen, live kann man sie in Europa, da bei Gastspielen vornehmlich Alt- stars gefragt sind, vornehmlich auf Festivals erleben.
Allein schon weil er eine ganze Reihe der bedeutendsten schwar- zen Musiker der derzeitigen New Yorker Jazzszene live in einmali- gen Besetzungen und Arrangements vorstellt, weil er die Musiker zu Wort kommen läßt und in ruhigen, jedes hektische New York- Klischee vermeidenden Bildern ihren unmittelbaren Lebensbereich zeigt, ist Ebba Jahns Film ein einzigartiges Dokument. Die Filme- macherin kam über den Berliner Bassisten Peter Kowald, der ver- gangenes Jahr ein halbjähriges New Y ork-Stipendium erhielt, in Kontakt mit der schwarzen Musikerszene. Insgesamt zweieinhalb Monate recherchierte, interviewte und filmte sie schließlich in Clubs und Proberäumen, auf der Straße und, quasi als Höhepunkt, beim 'Sound Unity Festival',wo die Creme der Good Music-Virtu- osen in Jam Sessions von aberwitziger Besetzung zusammenkam.
Das Ergebnis ist einer der schönsten Jazzfilme seit langem, eine Dokumentation, die sich nicht darauf beschränkt, nach sattsam bekannterdeutscher Dokumentarfilmeartfernsehgerecht die Ka- mera aufs Objekt zu halten. RISING TONES CROSS ist eine dokumentarische Komposition aus Musik, der Stadt, die diese Mu- sik hervorbringt, und der Musiker, die sie spielen. Nur bei den Konzertaufnahmen ist die Kamera in Beobachterposition; Good Music wird als Ensembleerlebnis mitgeteilt, nicht nach TV-Manier als Rasterfahndung nach einzelnen Solisten. Es ist eben eine Sache des Feelings. Wieviel davon die Filmemacherin für diese Musik ent- wickelt hat, zeigt ihre Eröffnung, eine hinreißende Bild- und Ton- montage aus Saxophonsolo, Architektur und Einsatz der Band. Das allerdings ist Jazz.
Georg Schmidt, in: 'berlinaletip' 1 /85"
"In den Vitrinen eines Musikgeschäftes hängen schön gerahmt die Bilder der alten Jazzstars von Ellington bis Parker; die Scheiben spiegeln den vorbeiflutenden Straßenverkehr. Eine Szene aus RISING TONES CROSS, einem neuen Dokumentarfilm der Ber- liner Filmemacherin Ebba Jahn, der die Situation des Jazz in den USA beleuchtet: Die großen Alten des Jazz sind als Klassikeraner- kannt und tot, während die Musiker der Avantgarde fast verhun- gern. Der deutsche Bassist Peter Kowald erzählt nach fünf Mona- ten in New York von seiner Enttäuschung darüber, daß dem Jazz in seinem Ursprungsland ein so geringer kultureller Wert beigemes- sen wird. Viele Musiker,die in Europa auf Festivals spielen, leben hier in bitterer Armut, Platten können sie nur in Europa aufneh- men. Die musikalischen Beiträge —im Mittelpunkt der schwarze Saxofonist Charles Gayle —stellt Ebba Jahn optisch in Zusammen- hang mit den Lofts und den heruntergekommenen Vierteln, wo sie entstehen. So erkennt man schnell, daß auch der Avantgarde-Jazz eine Großstadtmusik ist wie die vorhergehenden Stile seit dem
Bebop —hart, direkt und nicht schön im alten Sinn. Achim Forst, in: Film Fest Journal Nr. 1"
(Kritiken sh. Link arsenal-film.de)

Inhalt

InhaltDer Jazzfilm liefert einen Überblick über Avantgardemusik in New York und europäische Musik. (JS

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Literatur

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Quellenangaben

Angaben zur QuelleFIlmportal.de
fmp-online.de