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Details

Auf demselben Planeten

Titelangaben

TitelAuf demselben Planeten
AlternativtitelOn the same planet

Allgemeine Angaben

LandDeutschland,
Produktionsjahr2002
Dauer84min
FarbeFarbe
Material16mm
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

Uraufführung17.10.2002, DOK Leipzig
FestivalteilnahmenDOK Leipzig 2002 Duisburger Filmwoche, 2002 Nonfiktionale, 2007 Visions du Réel, Nyon, 2003

Inhalt

Inhalt"Kollektive Familientherapie in Form eines Films. Auslöser ist die Heroinsucht und psychische Krankheit eines Bruders und der Wunsch seiner Schwester, einen Film darüber zu machen. Zurückhaltende aber insistierende Fragen lösen mit der Zeit festgefahrene Schemata, und man beginnt, sich den anderen Familienmitgliedern zu öffnen. Letztendlich sind wir alle vom selben Planeten" (Duisburger Filmwoche: Programm).

"Der Film "Auf demselben Planeten" ist der tastende Versuch, die eigene Familie zu begreifen. Katrin Eißings Kindheit und Jugend in den 70er Jahren waren geprägt von der so genannten "antiautoritären Erziehung", einem emotional abwesenden Vater und einer mit ihrer Rolle überforderten Mutter. Weit gehend auf sich gestellt, mussten sie und ihre drei Brüder selbst zusehen, wie sie "die Kurve kratzen". Arne, der Älteste, schaffte es nicht. Mit 16 reiste er nach Italien, später nach Indien, kam von Drogentrips gezeichnet wieder zurück. Schließlich kam er in psychiatrische Behandlung. In langen Gesprächen mit ihrer Mutter und den drei Brüdern legt Katrin Eißing ein Stück sehr persönlicher Vergangenheit frei. Sichtbar wird vor allem ein Dokument innerer Zerrissenheit. Gleichzeitig wird ihre Familiengeschichte in gewisser Weise auch zum Spiegel der 70er Jahre. "Es macht nichts wenn wir uns nicht so oft sehen können. Du weißt ja, wir sind auf demselben Planeten."" (Quelle: Nonfiktionale). /
Gemeinsam suchen sie auf dem Foto nach Vaters Haus, während seine gestikulierenden Hände langsam im Bild erscheinen. Aufmerksam hören die Geschwister dem von der Schwester kurz vor seinem Tod gefilmten Vater zu, der über seine Kriegsvergangenheit als Arzt erzählt. “Er war kein richtiger Vater und nicht einmal ein richtiger Nazi”, kommentiert der jüngere Bruder die Bilder.
Der Film fragt nach, was für ein Mensch dieser Vater war, der für die Kinder unerreichbar und fremd geblieben ist. In dieser Aufarbeitung steht der älteste Bruder Arne im Mittelpunkt. Arne hat jahrelange Drogenerfahrung hinter sich und lebt durch Krankheit geprägt in einer Klinik. Katrin Eissling führt uns zu ihren Brüdern und ihrer unter Depressionen leidenden Mutter. Sie will von ihnen wissen, wie sie sich damals als Kinder oder Mutter wahrgenommen haben. Die leicht bewegte Kamera fixiert die Protagonisten und bringt allmählich ihr Inneres an die Oberfläche. Von Emotionen getragen kann sich die Filmemacherin immer weniger der Nähe entziehen. Diesen Umschwung fängt Susanne Schüle gekonnt mit der Kamera auf, indem sie der Filmemacherin keinen Raum mehr offen lässt, sie ins Bild setzt und so zur Mitprotagonistin macht.
Auf demselben Planten zeigt das Porträt einer Familie in den Siebzigern, zwischen antiautoritärer Erziehung und deutscher Vergangenheit. Im Film kommen die Geschwister für einen Moment wieder zusammen, als sie sich, wie auf einem früheren Foto, gemeinsam an der Küste der Nordsee abbilden lassen, als könnte man die wenig glücklichen Momente wieder wach rufen. (Programmheft Visions du Réel)

Schlagworte

Fassungen

StandortStiftung Deutsche Kinemathek
Medium16mm
 Ãœber Art, Zustand und Benutzbarkeit der Kopie informiert das Archiv.
 

Quellenangaben

Angaben zur QuelleDuisburger Filmwoche 2002: Programm
Filmportal.de
Ö-Film: Homepage
Nonfiktionale 2007: Programm
Visions du Réel, Nyon: Onlinearchiv / www.visionsdureel.ch