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Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?

Titelangaben

TitelHat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?

Allgemeine Angaben

LandDeutschland
Produktionsjahr2004
Dauer73min
FarbeFarbe
Material35mm
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

UrauffĂŒhrung11.11.2004, Duisburg, Filmwoche
FestivalteilnahmenDuisburger Filmwoche, 2004 Diagonale, Graz, 2005 DOK.fest MĂŒnchen, 2005, Internationaler Wettbewerb Sehenswert, Ungarn, 206 Cinema du RĂ©el, Paris, 2007
AuszeichnungenArte-Dokumentarfilmpreis, 2004
Deutscher Kurzfilmpreis, Sonderpreis in der Kategorie Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 bis 78 Minuten, 2006
Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts
Diagonale Graz, Preis fĂŒr Innovatives Kino, 2005
PressereaktionenArte-Dokumentarfilmpreis, Jury-BegrĂŒndung: "Der Film HAT WOLFF VON AMERONGEN KONKURSDELIKTE BEGANGEN? stellt die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland in einer experimentellen Form dar, die gĂ€ngige Muster der filmischen ReprĂ€sentation von Geschichte infrage stellt. Zu sehen sind unspektakulĂ€re Bilder von StĂ€dten, Landschaften, Fabriken, FlughĂ€fen. Zu hören ist eine Stimme, die im lakonischen Tonfall von den Karrieren, Sitten, Spleens und Katastrophen des Großkapitals spricht. Bilder und Text laufen parallel, ohne zwangslĂ€ufig zur Deckung zu kommen. Die Montage irritiert, statt zu illustrieren. Der Film wirft Fragen auf wie: Ist WirtschaftskriminalitĂ€t abbildbar? Von welchem Standpunkt aus lĂ€sst sich heute ein Wissen ĂŒber die Macht formulieren? Aber auch: Verschließt der Zweifel an der Darstellbarkeit des Kapitals die Dimension des Politischen? Oder eröffnet er diese nicht zu aller erst? Diese Positionen blieben in der Jury strittig. Jenseits dieses Streits finden wir aber die konsequente Formulierung dieser Filmsprache preiswĂŒrdig."
13. November 2004, die Jury: Birgit Kohler, Jan Verwoert, Brigitte Werneburg

"Die entscheidende QualitÀt des mit dem Arte-Preis ausgezeichneten Films aber liegt in einer Bildsprache, die sich dem normativen Druck des Konventionellen, das vielen BeitrÀgen innewohnt, widersetzt ..."
(Schnitt, Januar 2005)

Inhalt

Inhalt"Gerhard Friedls essayistischer Dokumentarfilm schildert in loser VerknĂŒpfung die Entwicklung der deutschen Wirtschaftsgeschichte wĂ€hrend des 20. Jahrhunderts. WĂ€hrend aus dem Off eine ErzĂ€hlerstimme in betont teilnahmslosem Tonfall von den Errungenschaften, Verstrickungen, Intrigen und Skandalen diverser Wirtschaftsdynastien berichtet, zeigen die Bilder deutsche und europĂ€ische ProduktionsstĂ€tten und Finanzzentren. Die Inhalte von Bild und Tonspur kommen dabei nicht immer zur Deckung – der Film setzt auf eine Art "KomplementĂ€reffekt", der Fragen aufwirft und zu eigenen Assoziationen anregen soll." (Filmportal.de)

"Filmisches Essay ĂŒber die Geschichte der deutschen Nachkriegswirtschaft, das in Wort und Bild KontinuitĂ€ten, BrĂŒche, VerknĂŒpfungen und Vernetzungen des Ökonomischen augenfĂ€llig macht. Ein extrem vielschichtiger Diskurs ĂŒber GeschĂ€ft und GeschĂ€fte, Karrieren, AffĂ€ren und Persönliches, wobei mit Dauer des Films deutlich wird, dass immer wieder die gleichen Namen in immer anderen ZusammenhĂ€ngen fallen. Trotz des trockenen Themas hat der Film, auch durch seine anekdotenhafte Struktur, viel Sinnliches zu bieten." [Lexikon des internationalen Films]

"Das LangfilmdebĂŒt von Gerhard Friedl ist ein hypnotisches Vexierspiel an der Schnittstelle zwischen Dokument, Essay und "pulp fiction facts". Auf der Tonspur eine in gnadenlos objektivem Sprechduktus vorgetragene ErzĂ€hlung von den labyrinthischen Genealogien, verbrecherischen Verstrickungen und Gebrechen deutscher Wirtschaftsdynastien im 20. Jahrhundert. Im Bild: bestechend kadrierte Aufnahmen, meist Schwenks und Fahrten durch europĂ€ische Finanzzentren, ProduktionsstĂ€tten und Landschaften. Manchmal kommen Bild und Ton zur Deckung, manchmal verfehlen sie sich knapp. Stets legen sie ZusammenhĂ€nge nahe. Aber alleine im peniblen Kommentar, der nicht gewichtet zwischen einschneidenden Ereignissen und absurden Details (schon die epischen Finanzadelsnamen!) ist keine Übersicht zu bewahren. Paranoia? Ironie? Lassen sich die trockenen und verbrecherischen VerhĂ€ltnisse der modernen Ökonomie ĂŒberhaupt abbilden? Friedl: „Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?“ Hat er also nicht? Der Film schwindet. Seine Erfahrbarkeit ist sein Argument.“
(Katalogtext, Filmmuseum Wien 2005)


"Blick auf die BRD. Ein historischer Reigen der Irrungen und Wirrungen von Politik und Großindustrie. Irgendwie hat jeder mit jedem was zu tun. Absonderliche Verbindungen treten zutage, dunkle GeschĂ€fte im Namen des Volkes. Und der gemeine BĂŒrger weiß plötzlich wieder, dass er eigentlich nichts weiß." (Duisburger Filmwoche, 2004: Programm)

Schlagworte

Fassungen

StandortFilmuniversitÀt Babelsberg
MediumDVD
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StandortHaus des Dokumentarfilms
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StandortFilmuniversitÀt Babelsberg
MediumDVD
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Quellenangaben

Angaben zur QuelleHFF Potsdam Hochschulbibliothek
filmportal.de
Duisburger Filmwoche, 2004: Programm
Real Fiction: Homepage
Cinema du RĂ©el, Paris: Onlinearchiv
Katalog DOK.fest MĂŒnchen 2005