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Details

Agadir

Titelangaben

TitelAgadir
Untergeordneter Titel2 x 45 Bilder/Sätze

Allgemeine Angaben

LandBRD
Produktionsjahr1970
Dauer11min
Farbes/w
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

FestivalteilnahmenFreiburger Film Forum, 1989

Inhalt

InhaltDer Film besteht aus einer Reihe von schwarz-wei√ü Fotos, die hintereinander eingeblendet werden. Sie wurden von Leonore Mau gemacht und zeigen zum einen moderne menschenleere Archiketur, teilweise noch im Rohbau. Zum anderen Bilder von Menschen, die zwischen den Tr√ľmmern eines Erdbebens leben. (Erdbeben von 1960).
Zwei m√§nnliche Sprecher sprechen √ľber diese Bilder abwechselnd den Text von Hubert Fichte. Er besteht aus S√§tzen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Stadt Agadir und dem Leben der Bewohner nach dem Erdbeben von 1960 befassen. Diese klingen zum Teil wie aus Erz√§hlungen von Bewohnern der Stadt. Bsp.: "Die M√§dchen wollen gar nichts lernen. Ich habe versucht, meiner Schwester das Schreiben beizubringen. Sie will nicht. Sie ist wie ein Tier". (Min 3.30). Andere scheinen aus einem Tourismuskatalog zu stammen: "Der Segelsport kann w√§hrend des ganzes Jahres ausge√ľbt werden" (Min 9.59). Wieder andere klingen, wie aus dem Vortrag eines St√§dteplaners. Durch diesen Synkretismus entsteht ein vielschichtiges, komplexes und kritisches Bild von Agadir in den 1960ern. Die St√§dteplaner sehen eine moderne, westlich orientierte, touristische Stadt, das Leben der Bewohner jedoch ist durch Armut und (religi√∂se) Traditionen gepr√§gt.
Gesichtet und beschrieben von Eva Knopf am 4.September 2012


"1968 war es, dass der Villa-Massimo-Stipendiat Fichte seinen Rom-Aufenthalt abgebrochen hatte und mit seiner 19 Jahre √§lteren Arbeits- und Lebensgef√§hrtin Mau ins marokkanische Agadir fuhr. Sie besichtigten dort den Wiederaufbau einer durch Erdbeben zerst√∂rten Stadt und stellten zunehmend fest, dass selbst ¬ęeine fortschrittliche Architektur¬Ľ, in diesem Fall der Transfer einer Formensprache der Moderne, ¬ęinsofern der Unterdr√ľckung dienen kann, als sie einem armen und unbefreiten Volk nicht die M√∂glichkeit bietet, sich in sie hineinzuleben¬Ľ." (Quelle: http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/articleDBP9V-1.184978)

Schlagworte

Literatur

Fassungen

StandortOnline
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Quellenangaben

Angaben zur QuelleKatalog Freiburger Film Forum
Film gesichtet von EK am 4. September 2012
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/articleDBP9V-1.184978