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Details

Weisse Geister

Titelangaben

TitelWeisse Geister
AlternativtitelWeiße Geister

Allgemeine Angaben

LandDeutschland
Produktionsjahr2004
Dauer75min

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

ErstausstrahlungMontag, 2. August 2004 auf arte
FestivalteilnahmenTage des Ethnologischen Films, München, 2005

Inhalt

Inhalt"Im Jahr 1904 erhoben sich die Herero, eine der drei großen Volksgruppen im ehemaligen Deutsch- Südwestafrika, und führten einen verzweifelten Guerillakrieg gegen die deutschen Kolonialherren und Schutztruppen, die dem nomadischen Hirtenvolk sukzessive ihr Land abnahmen und sie in unfruchtbare Reservate verbannten.
Von deutscher Seite versuchte man, den Aufstand mit beispielloser Härte niederzuschlagen. Dies gelang erst nach vier Jahren und endete mit der fast vollständigen Auslöschung der Herero. Viele Historiker sehen in diesem Kolonialkrieg einen Vorläufer für die Völkermorde des 20. Jahrhunderts.
In Martin Baers Dokumentarfilm machen sich der Regisseur und sein Protagonist Israel Kaunatjike auf eine gemeinsame Reise nach Namibia. Israel, als Herero im Apartheid-Südwestafrika geboren, hat mehr Zeit in Berlin als in Afrika verbracht. Er ist mit einer Deutschen verheiratet, seine Kinder leben in Deutschland. Wesentlich ist für ihn die Frage nach der Identität. Wer ist Namibier, wer Deutscher, wer Herero?
Für die vielen Nachkommen der deutschen Kolonialisten ist die Geschichte des Kolonialismus noch nicht zu Ende: Ihre hellere Hautfarbe erinnert sie ständig daran, dass sie nicht nur Afrikaner sind.
Auch Regisseur Martin Baer ist im Rahmen der Recherchen völlig unerwartet mit der eigenen, familiären Vergangenheit in Berührung gekommen: Einige seiner väterlichen Vorfahren, die einst als Siedler nach Deutsch-Südwest gekommen waren, leben bis heute in Namibia und Südafrika. Ein direkter und subjektiver Film über Identitätssuche im Kontext eines lange verdrängten dunklen Kapitels unserer Geschichte." (Quelle: Katalog der Tage des Ethnologischen Films, München, 2005)

Schlagworte

Quellenangaben

Angaben zur QuelleKatalog der Tage des Ethnologischen Films, München, 2005