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Details

Kinderschlu├čverkauf

Titelangaben

TitelKinderschlu├čverkauf

Allgemeine Angaben

LandBRD
Produktionsjahr1972
Dauer20min
FarbeFarbe
Format1.33 : 1
MaterialS8mm, Blow Up 35mm
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

Urauff├╝hrungMittwoch, 11.10.1972, Mannheim, IFF (Auff├╝hrung)
FestivalteilnahmenFilmwoche Mannheim 1972, Wettbewerb

Inhalt

Inhalt"Kinder k├Ânnen sich die Welt, in der sie leben m├╝ssen, nicht aussuchen. Eine kinderfeindliche Umwelt l├Ąsst als einzigen Spielplatz das meist zu kleine Kinderzimmer zu. Wichtige Umwelterfahrungen macht das Kind mit seinem Spielzeug. Wie aber sieht die Spielzeugwelt aus? Anstatt dem Kind Lernprozesse zu erm├Âglichen und seine Phantasie zu provozieren, erzieht der gr├Â├čte Teil des angebotenen Spielzeugs das Kind zum angepassten Untertanen. Da die Spielzeugproduktion den gleichen kapitalistischen Produktionsbedingungen unterworfen ist, wie die aller anderen Waren, werden die Kinder schon fr├╝h in die Erwachsenenwelt der Bed├╝rfnisweckung und des Konsumzwangs eingef├╝hrt. Zugleich f├Ąllt dem Spielzeug eine wichtige Rolle bei der Entwicklung politischer Wertbegriffe zu. Cowboy-, Kriegs- und
Weltraumspielzeug zeigen eine unmenschliche Technik und ein unreflektiertes, glorioses Bild der Supermacht Amerika. Die Kinder selber k├Ânnen sich gegen ihr Spielzeug nicht zur Wehr setzen, sie sind Opfer einer profitorientierten Industrie. Es muss daher die Aufgabe der Eltern sein, ihren Kindern wenigstens durch kritische Spielzeugauswahl zu helfen. Der Film "Kinderschlu├čverkauf" wendet sich an alle, die Spielzeug kaufen. Er will einerseits den Widerspruch zwischen kapitalistischer Warenproduktion und kindlichen Bed├╝rfnissen aufzeigen und auf Parallelen zur "erwachsenen" Konsumg├╝terproduktion
hinweisen, auf der anderen Seite will er die Situation der Kinder sinnlich erfahrbar machen. Wir haben dabei bewusst verschiedene formale Mittel angewandt. Beim Konzipieren und Machen des Films war f├╝r uns vor allem die Erkenntnis wichtig, dass ein Lehrfilm nur dann sein Ziel erreichen kann, wenn er es vermag, den Betrachter auch emotional zu treffen. Da diese Emotionen jedoch nicht unreflektiert bleiben d├╝rfen, ergab sich eine Dialektik zwischen sinnlichen und lehrhaften Passagen, die die Organisation von "Kinderschlu├čverkauf" ausmacht und seinen Aufbau bestimmt. Da f├╝r unseren Film keine gro├čen Mittel zur Verf├╝gung standen, wir aber auf die Farbe nicht verzichten konnten, wurde der ├╝berwiegende Teil des Materials auf Super 8 gedreht und sp├Ąter am Tricktisch aufgeblasen, wobei wir verfremdend in das Material eingreifen konnten (├ťberblendungen, Zeitlupen, Standkopierungen). Das aufgeblasene Material wurde danach zusammen mit Reproduktionen aus Katalogen und Zeitungen am 16-mm-Schneidetisch montiert, d.h. der Feinschnitt der Montagen wurde mit 16-mm-Material vorgenommen. Es wurde kein Super-8-Synchronton verwendet, sondern ein synthetischer Ton aus Originalger├Ąuschen und Archivmaterial montiert." (Lieck/Luschky, in: Katalog Mannheim 1972, S. 31f)

Schlagworte

Fassungen

StandortStiftung Deutsche Kinemathek
Medium16mm
 ├ťber Art, Zustand und Benutzbarkeit der Kopie informiert das Archiv.
 

Quellenangaben

Angaben zur QuelleMannheim 1972: Katalog. Dokumente, Berichte, Kommentare
Mannheim 1972: Katalog
Filmportal.de
https://dffb-archiv.de/dffb/kinderschlussverkauf