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Details

Kinder als Zeugen

Titelangaben

TitelKinder als Zeugen

Allgemeine Angaben

LandBRD
Produktionsjahr1953
Dauer14min
Länge397m
Farbes/w
Format1.37 : 1 (4:3)
Material35mm
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

AuszeichnungenPrädikat: Wertvoll
FSK-FreigabeOhne Altersbeschränkung

Inhalt

Inhalt"Die Arbeit der Jugendschutzkammer anhand eines Sittlichkeitsverbrechens laut § 171 des StrGB." (Katalog der deutschen Kultur- und Dokumentarfilme 1953, S. 14)
"Viele Eltern machen sich ein falsches Bild von einer Gerichtsverhandlung, und schon die Andeutung einer Vernehmung erzeugt Vorurteile. Der Film will zeigen, dass kein Grund zur Beunruhigung gegeben ist: Die moderne Gerichtspsychologie arbeitet mit Mitteln, welche die Kinder vor den von den Eltern bef√ľrchteten Sch√§den bewahren. In einem Raum, der gar nichts von der Atmosph√§re der √ľblichen Gerichtsr√§ume an sich hat, spielen die Kinder und werden dabei von der Psychologin getestet und beobachtet, so dass ihre Aussagen vor Gericht auf ihre Zuverl√§ssigkeit hin gepr√ľft sind. Denn der Angeklagte beteuert seine Unschuld und weist die Zeugnisf√§higkeit der Kinder zur√ľck. Durch vorsichtige Fragen tastet sich der Vorsitzende an die Kernfragen heran, und eine R√ľckblende zeigt den Vorgang. Die Aussage eines Kindes f√ľhrt auf die Spur, die die Vernehmung eines erwachsenen Zeugen erm√∂glicht und schlie√ülich zum Abschluss der Beweisaufnahme f√ľhrt. Das Gericht zieht sich zur Beratung zur√ľck und f√§llt den Urteilsspruch..." (Filme f√ľr die Gruppenarbeit, 1960)
"Fachliche Beratung lag in den H√§nden von Richtern der Jugendschutzkammer und von Sachverst√§ndigen der Beratungsstelle des psychologischen Instituts, Hamburg. ‚Äď [Rolle 1:]
Das Strafjustizgeb√§ude in Hamburg. Eine Sachverst√§ndige des Psychologischen Instituts geht zu einer Verhandlung vor der Jugendschutzkammer, um √ľber die Glaubw√ľrdigkeit eines Kindes ihr Urteil abzugeben. Die Jugendschutzkammer betritt den Sitzungssaal. Die Kammer setzt sich zusammen aus 3 Berufsrichtern und 2 Sch√∂ffen. Der Vorsitzende, ein Landgerichtsdirektor, er√∂ffnet die Verhandlung. W√§hrend der Angeklagte zur Person vernommen wird, werden die Beteiligten im einzelnen vorgestellt: Vorsitzender; beisitzende Richter; Sch√∂ffen als Landrichter; Urkundsbeamte; Verteidiger; Gef√§ngnisbeamter; Justizwachtmeister, - in Zivil bei der Jugendschutzkammer, damit die Jugendlichen nicht zu schwer beeinflusst werden -; ein Referendar, der der Kammer zur Ausbildung zugeteilt wurde; der Staatsanwalt, dann ein Vertreter der Jugendbeh√∂rde. - Der Vorsitzende verliest den Er√∂ffnungsbeschluss. Der Angeklagte wird beschuldigt, mit einer Minderj√§hrigen unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Die √Ėffentlichkeit wird wegen Gef√§hrdung der Sittlichkeit ausgeschlossen. Die kleinen Zeugen verbringen die Wartezeit in einem Spielzimmer. Unter der Obhut einer Kinderg√§rtnerin spielen sie. Der Angeklagte bestreitet die ihm vorgeworfenen Beschuldigungen. Ein Junge wird als Zeuge vernommen und sagt √ľber das Geschehene aus, das im Film gezeigt wird: Das Geschwisterpaar steht am Zaun der Eisbahn und beobachtet die Eisl√§ufer. Dann bitten sie einen Mann, der die Eisl√§ufer fotografiert, auch von ihnen f√ľr ihre Mutter eine Aufnahme zu machen. Das macht der auch und nimmt sich unter dem Vorwand, das Bild gleich entwickeln zu wollen mit sich. Dann schickt er den Bruder weg, der aber beobachtet, dass der Mann mit seiner Schwester in einen Keller verschwindet., Er findet das komisch und geht hinterher. Er geht in den den Keller, ruft nach seiner Schwester. Man sieht das M√§dchen sich wehrend, w√§hrend im der Mund zugehalten wird. Es kann sich aber befreien, l√§uft zu seinem Bruder und beide rennen davon. Die Kinder alarmieren sofort auf der Stra√üe 2 M√§nner, die in den Keller laufen, um den Mann zu stellen, der ist aber verschwunden. Aufgrund der Anzeige konnte er sp√§ter vernommen werden. ‚Äď [Rolle 2:] Der Vorsitzende lobt den Jungen, weil er seine Sache so gut gemacht hat und schickt ihn nach Hause. Dann kommt die kleine Hauptzeugin, die v√∂llig unbefangen von dem Geschehen erz√§hlt. W√§hrend dieser entscheidenden Vernehmung darf keinerlei St√∂rung erfolgen. Schild an der T√ľr des Sitzungssaales: Kein Zutritt w√§hrend der z.Zt. stattfindenden Kindervernehmung. Mit Geduld und feinem Einf√ľhlungsverm√∂gen hat sich der Vorsitzende durch vorsichtige Fragen an den Kernpunkt des Tatgeschehens herangetastet. Der Angeklagte behauptet, alles, was die Kinder erz√§hlt h√§tten, sei erlogen, er sei ersch√ľttert, wie die Kinder so etwas behaupten k√∂nnten, er habe die Kinder nie gesehen und kenne sie √ľberhaupt nicht. Er sei unschuldig. Die Sachverst√§ndige des psychologischen Instituts wird zur Begutachtung aufgerufen. Sie hat das M√§dchen einer psychologischen Untersuchung unterzogen. In geistiger und seelischer Hinsicht entspricht sie durchaus ihrer Altersstufe. In einem Spielzimmer kann das Kind mit Pinsel und Farben an die Wand malen, von der Psychologin wird sie dabei beobachtet: Die Kleine findet interessantes Spielzeug und w√§hrend es spielt und malt, lernt die Psychologin das Kind kennen. Die Beobachtungsgabe und Kritikf√§higkeit wird an Hand eines Bilderbuches gepr√ľft. Die Kleine erfasst die Situation sofort. In ihrem Gutachten sagt die Psychologin aus, dass sie zu der Kenntnis gekommen ist, dass die Aussagen des M√§dchens weder auf Phantasie noch auf suggestiver Einwirkung beruhen. Das Kind ist als Zeugin voll glaubw√ľrdig, seine Angaben beruhen auf echtem Erleben. - Inzwischen ist dem Staatsanwalt etwas √ľberbracht worden. Er bittet ums Wort und meldet, dass ihm inzwischen ein wichtiges Beweisst√ľck √ľbergeben worden sei: es handelt sich um das am Eisplatz aufgenommene Foto der beiden Kinder, die der Angeklagte nicht kennen will. Der Drogist, der die Aufnahme entwickelt hat, konnte erste jetzt ermittelt werden. Er wird als Zeuge geladen und sagt aus, dass der Angeklagte ein guter Kunde von ihm ist und alle seine Bilder bei ihm entwickeln l√§sst. Der Zeuge wird vereidigt und dann h√§lt der Staatsanwalt sein Pl√§doyer: er h√§lt den Angeklagten nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme f√ľr √ľberf√ľhrt, ein Sittlichkeitsverbrechen begangen zu haben und beantragt eine Gef√§ngnisstrafe von 2 Jahren. Der Verteidiger ergreift das Wort. Er bittet in seinem Pl√§doyer, die Schuld des Angeklagten besonders eingehend zu pr√ľfen, da dieser nach wie vor die Tat bestreitet. Sollte das Gericht aber von der Schuld des Angeklagten √ľberzeugt sein, bittet er um eine milde Gef√§ngnisstrafe. Der Angeklagte wird zur letzten Aussage aufgerufen: Er erinnert sich pl√∂tzlich, dass er auf der Eisbahn gewesen sei, aber alles andere streitet er ab. Das Gericht zieht sich zur Beratung zur√ľck. Scheinbar v√∂llig gleichg√ľltig wartet der Angeklagte auf die Entscheidung. Das Gericht betritt wieder den Sitzungssaal und der Vorsitzende verliest das Urteil: Der Angeklagte wird wegen Sittlichkeitsverbrechen zu 1 ¬Ĺ Jahren Gef√§ngnis und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Die Urteilsbegr√ľndung wird verlesen. Die Verhandlung ist geschlossen. Der Angeklagte wird abgef√ľhrt und ins Gef√§ngnis gebracht. - In diesem Falle konnte der T√§ter seiner gerechten Strafe zugef√ľhrt werden." (Erschlie√üungsprotokoll Bundesarchiv Koblenz, zit. n. http://www.filmarchives-online.eu/viewDetailForm?FilmworkID=5bd97553c71bf4fdfb574e61edb184f6&content_tab=deu

Schlagworte

Literatur

Fassungen

StandortBundesarchiv-Filmarchiv
Medium35mm
 √úber Art, Zustand und Benutzbarkeit der Kopie informiert das Archiv.
 
StandortBundesarchiv-Filmarchiv
Medium16mm
 √úber Art, Zustand und Benutzbarkeit der Kopie informiert das Archiv.
 

Quellenangaben

Angaben zur QuelleKatalog der deutschen Kultur- und Dokumentarfilme 1953
Filme f√ľr die Gruppenarbeit, 1960
Filmarchives-online.org
Filmportal.de