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Unter Umst├Ąnden

Titelangaben

TitelUnter Umst├Ąnden

Allgemeine Angaben

LandDeutschland
Produktionsjahr2004
Dauer72min
FarbeFarbe
Format1.37 : 1 (4:3)
MaterialDV cam
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

ErstausstrahlungMontag, 03.05.2004 auf ZDF

Inhalt

Inhalt"Sie hat sich daf├╝r entschieden. In ein paar Monaten wird die Filmemacherin Sibylle St├╝rmer ihr zweites Kind bekommen. Und dann? Wer wird sie dann sein? Wie wird sich ihr Alltag ver├Ąndern? Fragen, die M├Ąnnern selten und bestenfalls in theoretischem bis philosophischem Kontext gestellt werden. Unter Frauen sind sie allgegenw├Ąrtig und die Antwort darauf ist eine Binsenweisheit: ÔÇ×Nach einem Kind, und erst recht nach dem zweiten, ist Dein Leben nicht mehr, was es mal war.ÔÇť Dieses Verdikt, mal seufzend mal kokett, mal mit verkl├Ąrtem Blick ausgesprochen kennt nat├╝rlich auch Sibylle St├╝rmer. Aber stimmt es denn wirklich, und vor allem, was bedeutet es konkret f├╝r ihr eigenes, einziges Leben?
Statt diese Frage in stiller Selbstzerfleischung zum Problem werden zu lassen, geht die Filmemacherin mit ihr auf Erkundungsreise. Sie besucht andere M├╝tter: Ihre Freundin, ihre Friseuse, aber vor allem Frauen wie die Fotografin Herlinde Koelbl oder die S├Ąngerin Joy Delalane. K├╝nstlerinnen, die eines oder mehrere Kinder gro├čziehen oder gro├č gezogen haben. Neugierig fragt Sibylle St├╝rmer nach ihren Erfahrungen und h├Ârt Geschichten, so unterschiedlich wie die Frauen selbst. Da erz├Ąhlt die bildende K├╝nstlerin Marianne Tralau, von der gro├čen Uhr, die sie ins Fenster stellte, damit die Kinder wenigstens mal eine Stunde drau├čen spielen. Eine kostbare Stunde, in der sie dann in Ruhe arbeiten konnte. Die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz beschreibt, wie sich ihre Definition von Kreativit├Ąt durch die Kinder ver├Ąndert hat und die S├Ąngerin Joy Delalane h├Ątte ihre Platte vielleicht gar nicht gemacht, ohne ihr Kind.
All das ist niemals pathetisch sondern immer lebensnah und oft lustig ÔÇô so wie Sybille St├╝rmer auch ihre eigenen Muttererfahrungen lustig und lustvoll einflie├čen l├Ąsst: In strengen, wie komponiert wirkenden Bildern, f├Ąngt sie absurde Spielplatzrituale ein und ihre Angst, dass sie jetzt nur noch hier sitzen wird mit einer Tupperdose voll klein geschnittener ├äpfel. In Slapstick-artigen Szenen begutachtet sie ihren dicker werdenden Bauch, k├Ąmpft sich gemeinsam mit ihrem Mann durch Ikea-Kinderm├Âbel-Abteilung und versucht zu guter letzt einen Still- BH zu kaufen. In Gro├čaufnahme werden gemeinsam mit der f├╝nfj├Ąhrigen Tochter Ostereier bemalt, so nah, dass man die feuchte Farbe auf Fingern, Kleidern und dem Tisch fast f├╝hlen kann.
Mit geschultem Auge entdeckt die Filmemacherin die Bedeutsamkeit des scheinbar Banalen und schafft es, falsches Pathos ebenso zu vermeiden wie angestrengte Problematisierung. So schafft Sibylle St├╝rmer Raum f├╝r die poetischen wie die absurden Momente im Alltag mit Kindern. Mit subversivem Humor unterl├Ąuft sie die g├Ąngigen Mutter-Klischees, um sich ihr eigenes Bild zu machen von ihrem zuk├╝nftigen Leben als Filmemacherin mit zwei Kindern. (Text: Sigrun Matthiesen) (http://www.ladoc.de/film.php?id=214)

Schlagworte

Quellenangaben

Angaben zur QuelleFilmportal.de