| Inhalt | "Der Kurzdokumentarfilm „Mädchen im Netz“ porträtiert die Mädchenvolleyballmannschaft der Kleinstadt Meißen, Medaillenträgerinnen der Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Renate Drescher dokumentiert die Trainingsstunden und Wettkämpfe der jungen Frauen, die namentlich unerwähnt bleiben. Auf die Wiedergabe von O-Tönen wird im Dokumentarfilm verzichtet. Der wortreiche OFF-Kommentar begnügt sich mit einer ideologiekonformen Verallgemeinerung der Situation: „Diese Mädchen kennen keine Langweile. Ihre Tage sind ausgefüllt, voller Leben: Jeden Morgen gehen sie zu Schule. Jede hat ihr Hobby. Basteln oder Lesen, ein Instrument spielen, der Mutter helfen im Haushalt.“ (Kommentar, männlich). Ihr Trainer Gerhard Gerber (phon.) wird auf die Rolle des „Freund[es]“ (Kommentar) und in der Funktion eines Erzieher nach sozialistischem „Bilde“ (Kommentar) reduziert. Szenen kostenloser Wettkampffahrten mit gut gelaunten Sportlerinnen, den anschließenden Turnieren und Auszeichnungen deklarieren den hohen Stellenwert des Sports in der sozialistischen Gesellschaft. In der inszenierten Schlussszene sehen sich die Mädchen die Übertragung der Olympischen Spiele 1968 im Fernsehen an. Filmausschnitte des berühmten Protests der Läufer Tommie Smith und John Carlos werden als „Demonstration von Mut und moralischer Größe“ (Kommentar) positiv aufgewertet. Der finale Satz fasst die Botschaft des Films zusammen, wonach Staatsmacht und Sportler einen wichtigen Beitrag zur Völkerfreundschaft und Erziehung der DDR-Jugend leisten." (Filmprotokoll Nathalie Karl) |