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Details

Kirche in geteilter Stadt

Titelangaben

TitelKirche in geteilter Stadt

Allgemeine Angaben

LandBRD
Produktionsjahr1961
Dauer23min
L├Ąnge635m
Farbes/w
Format1.37 : 1 (4:3)
Material35mm
SpracheDeutsch

Beteiligte Personen

Beteiligte Firmen

Distribution

AuszeichnungenPr├Ądikat: Besonders wertvoll
Kulturfilmpr├Ąmie 1962
FSK-FreigabeFreigegeben ab 6 Jahren

Inhalt

Inhalt"St. Michael im S├╝dosten Berlins ist durch die Mauer zerrissen worden: 7000 Seelen leben im Westen und sind von ihrem Gotteshaus getrennt. Um den K├╝ster schart sich eine neue Gemeinde, die ihren Gottesdienst im Saal eines evangelischen Krankenhauses feiert. Aber die sozialen Einrichtungen liegen im Osten. Bei der Gemeinde von St. Sebastian in Wedding ist es gerade umgekehrt: Die Schwester steht vor der Mauer und vor zugemauerten Fenstern, hinter denen fr├╝her alte und kranke Leute auf ihren Besuch warteten. Eine katholische Privatschule im Westen vermisst 50 ihrer Sch├╝ler, die im Osten Berlins wohnen und deren Eltern nicht zulassen wollten, dass die Kinder in der kommunistischen Staatsschule ihre Freiheit verlieren. Seit 1957 durfte der Bischof von Berlin bis zur Oder und zur Ostsee reisen, um seine Gemeinden in der Diaspora zu besuchen. Aber im Mai 1958 begann die Propaganda der Zone, den "Nato-Bischof" zu beschimpfen; sein Wirkungsfeld wurde auf die Stadt Berlin eingeengt. Seit dem 13. August 1961 durfte Kardinal D├Âpfner nicht mehr in den Ostteil der Stadt. Sein Nachfolger, Bischof Dr. Bengsch, residiert im Osten und darf nur f├╝r wenige Tage in den Westen. Der Generalvikar, der im Westen sorgt, sieht seinen Bischof nur selten und kann ihm nicht einmal telefonieren. Von den 570000 Menschen der Di├Âzese Berlin wohnen 290000 in West-Berlin, 280000 in Ost-Berlin und der Diaspora. Sogar die Friedh├Âfe der Stadt sind geteilt. So steht ein alter Mann am zugemauerten Friedhofstor, hinter dem das Grab seiner Frau liegt. Erst wenn er tot ist, wird er nach Ostberlin d├╝rfen; denn der Leichenwagen darf die Kontrollstelle passieren ..." (Filme f├╝r die Gruppenarbeit, H. III, 1965)
"Unter Verzicht auf Pathos, auf Sentiments wird in einer dokumentarischen Bildfolge dargestellt , welches menschliche Leid die Errichtung der brutalen Trennmauer in Berlin durch die kommunistische Zonenregierung hervorgerufen hat. Alte, hilfsbed├╝rftige Menschen sind von jeder Hilfe abgeschnitten und bleiben sich selbst ├╝berlassen. Kinder sind von ihren Schulen und Lehrern getrennt. Mit Hass auf Alles, was die Begriffe Christentum und N├Ąchstenliebe einschlie├čt, werden Kirchen und Friedh├Âfe eingemauert und dadurch Gemeinden von ihren Gottesh├Ąusern getrennt. Menschen k├Ânnen Gr├Ąber ihrer Angeh├Ârigen nicht mehr besuchen. Geistlichen wird verwehrt, ihre seelsorgerischen Aufgaben zu erf├╝llen, Ordensschwestern werden an dem Besuch kranker Menschen gehindert. Trotz allem ist die Aussage dieses Films positiv. Sie m├╝ndet in die Erkenntnis, dass mit der Unbarmherzigkeit des Angriffes von au├čen die innere Geschlossenheit der Gemeinden w├Ąchst und der Dienst am N├Ąchsten vor allem von der Jugend als lebendiges Element praktischen Christentums empfunden wird." (Deutsche Reportagefilm Gesellschaft: Filmkatalog 1964)

Schlagworte

Literatur

Quellenangaben

Angaben zur QuelleArbeitsmittel f├╝r die Gruppenarbeit, H. III, 1965
besonders wertvoll 1962-1963
FSK-Datensatz 27146
FBW 268. Sitzung
Filmportal.de
FBW: 8036