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Ulrich K.T. Schulz

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Biografie"Ulrich Karl Traugott Ferninand Schulz (Geburtsname) *15.12.1897 Berlin; ÔÇá12.1983 Potsdam" (Filmportal.de) " Biographie Ulrich K.T. Schulz wird am 15. Dezember 1897 in Berlin als Sohn des st├Ądtischen Hauptlehrers Paul F.F. Schulz und seiner Ehefrau Margarete geboren. Schon als Sch├╝ler hilft Ulrich seinem Vater, der als Dozent des Berliner Lehrervereins h├Ąufig Fortbildungskurse in Botanik h├Ąlt, bei der Herstellung von Diapositiven f├╝r den Unterricht. Nach dem Studium der Biologie, das er mit der Promotion abschlie├čt, wird Schulz Assistent am Zoologischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin. 1920 kommt er zur Kulturabteilung der Ufa und leitet dort bis zum Ende des zweiten Weltkriegs und Aufl├Âsung des Konzerns die Abteilung Biologie. Mit ├╝ber 400 kurzen und mittellangen Filmen zu Tieren und Pflanzen geh├Ârt er zu den produktivsten Filmern dieses Genres. Bereits in den zwanziger Jahren benutzt Schulz ein Teleobjektiv und, um die Bewegungen der Pflanzen, so etwa das Aufbl├╝hen einer Tulpe darstellen zu k├Ânnen, Zeitraffer-Technik. Er heiratet Charlotte Voigt, eine filmtechnische Assistentin an der Berliner Universit├Ąt. Schulz' erster Film "Der Hirschk├Ąfer" entsteht 1920 in der Waschk├╝che einer Dreizimmerwohnung in der K├Âthener Stra├če in Berlin, wo die Kulturabteilung der Ufa zun├Ąchst untergebracht ist. Von Schulz d├╝rften auch die Tier- und Pflanzenaufnahmen stammen, die Friedrich Wilhelm Murnau 1921 in seinen Spielfilm "Nosferatu" integrierte. In einer Studierzimmerszene werden vampirartige Lebewesen vorgef├╝hrt: eine Venusfliegenfalle und ein Meerwasserpolyp. Drehbuchautor Hendrik Galeen und Murnau parodieren die Begeisterung, mit der der "verr├╝ckte Wissenschaftler" Professor Bulwer seine Studenten in die "tiefsten Geheimnisse der Natur" einweiht. 1922 reist Schulz zur gr├Â├čten deutschen meeresbiologischen Station nach Helgoland und dreht dort f├╝nf Filme. Doch sein Ziel ist es, Tiere in freier Wildbahn zu filmen. Zusammen mit dem Senior-Kameramann der Kulturabteilung, Paul Krien, konstruiert er ein Teleobjektiv mit 1500 mm Brennweite. 1923 drehen die beiden damit den ersten Film ├╝ber heimisches Wild: "Vom Waldk├Ânig und seiner Krone" kommt 1924 in die Kinos. St├Ąndig um die Erweiterung und Verfeinerung der Optik bem├╝ht, um dem Film neue Gegenstandsbereiche zu erschlie├čen, ver├Ąndert Schulz auch die bisherige Anordnung des Filmens mikroskopischer Prozesse. War bislang das Mikroskop auf dem Tisch montiert gewesen und wurde die Filmkamera daraufgestellt und danach beide Optiken lichtdicht verbunden, so entwickelten Schulz und Krien zusammen mit der Firma Leitz eine spezielle Mikroapparatur, mit der sie 1924 die Teilung eines - besonders hellen und durchsichtigen - Seeigeleis filmten. Im selben Jahr bricht Schulz zur ersten Auslandsexpedition der Kulturfilmabteilung nach Neapel auf. L├Ąngere Tierfilmexpeditionen f├╝hren Schulz ins M├╝ndungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer und 1928 nach Sizilien, wo das Team den gr├Â├čten ├ätna-Ausbruch seit 30 Jahren miterlebt. W├Ąhrenddessen l├Ąuft in Deutschland der abendf├╝llende Film "Natur und Liebe", den Schulz nach einem Drehbuch von Nicholas Kaufmann unter Mitarbeit von Wolfram Junghans und Willi Achsel inszeniert hat. Es ist der Versuch, in einer Art filmischer Kosmologie die Entwicklungsstufen des biologischen Lebens zu beschreiben. Das semidokumentarische Potpourri besteht aus Landschafts- und Tieraufnahmen sowie Spielszenen, die die Lebensweise der Menschen in der Steinzeit nachstellen. Gedreht wurde u.a. in einer rekonstruierten Pfahlbausiedlung in Unteruhldingen (Bodensee); neben Paul Krien stehen die Studiokameraleute Carl Hoffmann ("Metropolis", 1926) und Fritz Arno Wagner ("Nosferatu", 1921/22, "Zur Chronik von Grieshuus", 1925) hinter der Kamera. Der streng auf die H├Âherentwicklung des Menschen hin organisierte, fortschrittsoptimistische Film hat gro├čen Erfolg bei der Kritik - quer durch die politischen Lager. In den Drei├čiger Jahren wird die Mikrobiologin Herta J├╝lich Schulz' Mitarbeiterin. Neben Martin Rikli, der sich Ende 1944 in die Schweiz absetzt, ist Schulz der konstanteste Ufa-Kulturfilmer. Im Januar 1945 feiert er sein 25j├Ąhriges "Dienstjubil├Ąum", und "Der Angriff" widmet ihm ein Portr├Ąt. Schulz versteht sich stets als 'Pionier', seine soldatische Diktion verr├Ąt, da├č er die Filmarbeit als - durchaus kriegswichtige - T├Ątigkeit begreift. "Heute haben wir mit einem 1-Meter-Objektiv eine wahre Kamerakanone, die wir vor allem f├╝r die scheuesten Tiere vor der Kamera gebrauchen, n├Ąmlich die Seehunde. Wir konnten sie durch dieses Objektiv aus 600 m Entfernung filmen. Als wir damals in der K├Âthener Stra├če anfingen, h├Ątten wir uns auch nicht tr├Ąumen lassen, da├č wir zum Beispiel nochmal einen Film verwenden w├╝rden, der mit der D-Zug-Geschwindigkeit von 104 km durch die Kamera rast und in einer Sekunde 1500 Bilder schie├čt, um Insekten im Flug zu beobachten. Diese Aufnahmen sind ├╝brigens dem Flugzeugbau wiederum zugute gekommen, da sie das Geheimnis des Fluges in der Natur erstmalig entr├Ątselten." (Schulz in "Der Angriff", 11.1.1945) Nach Kriegsende und der Aufl├Âsung des Ufa-Konzerns schl├Ągt sich Ulrich K.T. Schulz zwei Jahre als Gartenarbeiter durch. Als 1948 in Hamburg-Blankenese ein Filmstudio er├Âffnet wird, versucht sich Schulz als Produzent. Er dreht den Stummfilm "Die Stubenfliege", der nach Aufl├Âsung seiner Firma von der Roto-Film unter dem Titel "B├Âse G├Ąste" vertrieben wird. Schulz bleibt seinen eingef├╝hrten Themen treu, dreht Filme ├╝ber Kraken und andere Wassertiere. 1956 kehrt er nach Babelsberg zur├╝ck und baut die neue biologische Fachabteilung der DEFA auf. 1963 zieht er sich von der aktiven Filmarbeit zur├╝ck. 1972 verleiht ihm die Kinotechnische Gesellschaft die Oskar-Messter-Medaille. Ulrich K.T. Schulz stirbt im Dezember 1983 in Potsdam. [...] " (difarchiv.deutsches-filminstitut.de)
Linkshttp://www.difarchiv.deutsches-filminstitut.de/dt2tp0146.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Karl_Traugott_Schulz
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29191772.html

Filmografie

RegieDer Ameisenstaat (Ulrich K.T. Schulz/Wolfram Junghans, Deutschland 1935)
RegieDer Bienenstaat (Ulrich K.T. Schulz/Wolfram Junghans, Deutschland 1937)
RegieNatur und Technik (Ulrich K.T. Schulz/Wolfram Junghans, Deutschland 1938)
RegieEntdeckungsfahrt im Rohr (Ulrich K.T. Schulz, Deutschland 1940)
RegieZeitgem├Ą├če Pflanzenzucht (Ulrich K.T. Schulz, Deutschland 1941)
RegieMooswunder (Ulrich K.T. Schulz, Deutschland 1941)
RegieDer J├Ąger als Heger (Ulrich K.T. Schulz, Deutschland 1942)
RegieDie Stubenfliege (Ulrich K.T. Schulz, Deutschland/West 1948)
RegieWunderwelt der Schimmelpilze (Ulrich K.T. Schulz, Deutschland/West 1949)
RegieUngebetene G├Ąste der Hausfrau (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1950)
RegieKampf den Fliegen (Ulrich K.T. Schulz/Walther Z├╝rn, BRD 1950)
MontageDas ist meine Welt (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1951)
RegieMoose (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1951)
RegieGeb├Ąndigtes Wasser (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1951)
RegieDas ist meine Welt (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1951)
RegieDer wei├če Strom (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1951)
RegieTierg├Ąrten der Nordsee (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1951)
BuchTierleben im Mittelmeer: Tintenfische (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1952)
RegieTierleben im Mittelmeer: Tintenfische (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1952)
RegieHochzeit im Verborgenen (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1952)
RegieFr├╝chte des Meeres (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1952)
RegieTierleben im Mittelmeer: Symbiosen (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1952)
RegieTierb├╝ndnisse auf dem Meeresgrund (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1953)
BuchVerbreitung von Samen (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieVerbreitung von Samen (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieWunderwelt der Kristalle (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieHochzeitsreise auf Fl├╝geln (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieDaseinskampf im Teich (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieRote Waldameisen: Bilder aus ihrem Leben (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieRote Waldameisen: Gr├╝ndung neuer Staaten (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieGeheimnisse im Pflanzenleben (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
RegieKleines, emsiges Volk (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1954)
MontageDas Jahr der Elche (Horst Sievert, Deutschland 1955)
RegieFr├╝hlingserwachen im T├╝mpel (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieIm Reiche der Libellen (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieDer kleine Baumeister (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieWelt der Wasserjungfer (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieFleischfresser unter den Pflanzen (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieEin Idyll und seine Kehrseite (Gero Priemel/Wolfram Junghans/Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieDer Stichling und sein Nest (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1955)
RegieZierfische ÔÇô Eine Farbfilmstudie (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1956)
RegieEin f├╝rsorglicher Vater (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1956)
RegieKraftleistungen im Pflanzenreich (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1956)
RegieHolz, seine Feinde ÔÇô sein Schutz (Ulrich K.T. Schulz/Markus Joachim Tidick, BRD 1956)
RegieGl├Ąserne Wundertiere (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1957)
RegiePittoreske Meerestiere (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1957)
RegieTarnk├╝nste auf dem Meeresgrund (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1957)
BuchTiere im Winter (Ulrich K.T. Schulz, DDR 1958)
RegieTiere im Winter (Ulrich K.T. Schulz, DDR 1958)
BuchGewitter (Ulrich K.T. Schulz, DDR 1959)
RegieGewitter (Ulrich K.T. Schulz, DDR 1959)
RegieFlug ins Leben (Ulrich K.T. Schulz, BRD 1959)

Literatur

AutorSchulz, Ulrich K.T. (1952): ┬źDie technischen M├Âglichkeiten des Kulturfilms┬╗. Kino-Technik, 6:2, 26-27.
AutorSchulz, Ulrich K.T. (1948): ┬źFilmen am Meeresgrund┬╗. Foto-Kino-Technik, 2:7, 180-183.
AutorSchulz, Ulrich K.T. (1948): ┬źFilmen von Kristallisationsvorg├Ąngen┬╗. Foto-Kino-Technik, 2:9, 236-237.
AutorSchulz, Ulrich K.T. (1950): ┬źMit Fernobjektiv und Tonfilm-Mikrophon in Europas Tierparadiesen┬╗. Foto-Kino-Technik, 4:7, 217-218.
AutorSchulz, Ulrich K.T. (1958): ┬źDer biologische Film und seine technische Entwicklung┬╗. Kino-Technik, 12:4, 93-96.
AutorSchulz, Ulrich K.T. (1954): ┬źBiologische Lupenaufnahmen mit langen Brennweiten┬╗. Kino-Technik, 8:1, 6-7.
Verweisn.n. (1960): ┬ź40 Jahre biologisches Filmschaffen┬╗. Kino-Technik, 14:1, unpag.
VerweisSasse, Dietrich B. (1953): ┬źUniverselle deutsche Trick- und Zeitraffer-Einrichtung┬╗. Der deutsche Kameramann, 3:7, 124-125.
Verweisn.n. (1960): ┬źGeorg Beissert┬╗. Der deutsche Kameramann, 9:4, 78.
VerweisFilmkunst. Zeitschrift f├╝r Filmkultur und Filmwissenschaft, Wien, Nr. 8, Oktober/November 1951. Sonderheft