| Inhalt | "Der Algerische Krieg begann am l. November 1954 mit einer Serie von Attentaten auf dreißig Ortschaften Algeriens. Eine Reihe algerischer Politiker war in die Berge gegangen, um das, was ihnen Frankreich auf friedlichem Wege verweigerte, mit der Waffe in der Hand durchzusetzen: die Forderung nach Gleichberechtigung. Urspruünglich hätte sich die Mehrzahl der Algerier mit dem Status von gleichberechtigten Bürgern im französischen Staatsverband zufriedengegeben, der ihnen auch von der amtlichen französischen Politik immer wieder versprochen woren war. Die Verweigerung der Gleiohberechtigung, verbunden mit Hunger und Arbeitslosigkeit, bildete den Nährboden für den Aufstand. Eine Minderheit der Algerier hatte aber schon seit längerem nicht nur Gleichberechtigung, sondern völlige Unabhängigkeit von Frankreich verlangt - diese Forderung wurde sehr schnell zur Haupttriebkraft des Aufstandes. Seit Jahren steht nun der Großteil der französischen Streitkräfte in Algerien, ohne das es Frankreich gelingt, die Flamme des Aufstandes auszutreten. Die Algerier haben inzwischen eine eigene Regierung, die von rund zwanzig Staaten Afrikas, Asiens und des Ostblocks anerkannt ist. Unter den Belastungen dieses Krieges ist in Frankreich die vierte Republik zusammengebrochen. Damals kam General de Gaulle an die Macht. Er versprach, eine Lösung des Algerien-Problems zu finden, die beiden Teilen gerecht werden würde (in Algerien leben unter rund zehn Millionen Moslems 850000 Europäer). Die Umwelt verfolgt seitdem mit Spannung die Bemühungen de Gaulles, sein Versprechen zu verwirklichen. Inzwischen hat sich der Krieg zu einer großen Belastung für das Ansehen des Westens in der neutralen Welt entwickelt, ohne daß ihm in der Presse des Westens eine entsprechende Beachtung zuteil wurde." (Deutsches Fernsehen: ARD-Pressedienst, Nr. 4/1961) |