| Inhalt | ""Eine Jazz-Expedition", ein "Abenteuer in Jazz" nannte eine große amerikanische Zeitung die Reise, die Joachim E. Berendt, der SWF-Jazzreferent, im vergangenen Sommer vier Monate lang durch die USA machte. Berendt und William Claxton, ein bekannter Fotograf aus Hollywood, hatten sich in New York einen alten Wagen besorgt und sind 24000 km den "Spuren des Jazz" nachgefahren. 3000 Fotos wurden gemacht, mehr als 500 Personen interviewt und Stöße von Magnetofonbändern aufgenommen. Berendt hat Dinge entdeckt, die auch der amerikanischen Jazzkritik noch nicht bekannt waren. Auf den Sea Islands beispielsweise - einer Inselgruppe im Atlantischen Ozean auf der Höhe von Savanna – wurden Aufnahmen in der einzigen nordamerikanischen Negersiedlung gemacht, in der noch eine afrikanische Sprache gesprochen wird. In New York meinte ein bekannter Jazzkritiker: "Ihr könnt Euch
Eure Reise sparen. Alle wichtigen Jazzmusiker wohnen hier." Aber Berendt sagte sich: Zwischen der Tatsache, daß so viele hervorragende Jazzmusiker in New York leben, und der anderen Tatsache, daß kaum einer von ihnen dort geboren ist, muss ein Zusammenhang bestehen. Daß der Jazz eine allgemein-amerikanische und neuerdings vielleicht sogar internationale Musik ist, scheint ja nur so, wenn man das von Europa aus sieht. Oder auch von New York aus. In Wirklichkeit sind die Stile und Spielweisen der Jazzmusik mit bestimmten Städten und Landschaften verbunden. Zwischen der Atmosphäre der Stadt New Orleans und dem Dixieland Jazz oder der Automobilstadt Detroit und dem Hard Bop oder der Gelöstheit des kalifornischen Lebensstils und dem Westcoast Jazz bestehen enge Zusammenhänge. Diese Zusammenhänge will Joachim E. Berendts Reisebericht [...] sichtbar machen. Fotos des Fotografen William Claxton werden dabei helfen." (Deutsches Fernsehen: ARD-Pressedienst, Nr. 15/16, 1961) |